Vitamin F - das unterschätzte Supplement

Vitamin F: Freundlichkeit

(ohne Nebenwirkungen)

Ich sag’s dir, wie’s ist: In meinen Retreats sehe ich jedes Mal, wie schnell sich Körper und Kopf verändern können. Klar – Fasten, Bewegung, Schlaf, Natur, weniger Bildschirm. Aber es gibt da noch einen Wirkstoff, der in keiner Blutwerte-Tabelle auftaucht und trotzdem manchmal der stärkste Hebel ist: Vitamin F wie Freundlichkeit.

Und nein, ich meine nicht dieses zuckersüße “Ich bin immer nett, auch wenn’s wehtut”-Ding. Ich meine grundsätzliche, klare, erwachsene Freundlichkeit: ein Blick, der nicht scannt, sondern sieht. Ein Ton, der nicht schneidet, sondern hält. Eine Haltung, die sagt: Du bist okay. Ich bin okay. Wir kriegen das hin.

Mini-Geschichte aus dem Retreat: Der Satz, der bei mir hängen blieb

Im vergangenen Retreat hat mir eine Teilnehmerin etwas erzählt, das ich seitdem immer wieder im Kopf habe.

Sie sagte:
“Ich dachte immer, ich muss erst leistungsfähig sein, um liebenswert zu sein. Und dann war hier jemand einfach freundlich zu mir – ohne dass ich irgendwas geliefert habe. Das hat mich mehr entspannt als jede Massage.”

Ich weiß noch, wie sie das gesagt hat: ganz ruhig, ganz klar. Kein Drama. Und trotzdem war da dieser Moment, in dem man als Gruppe spürt: Okay, hier hat gerade etwas wirklich Wichtiges stattgefunden.

Weil Freundlichkeit manchmal nicht “nice” ist. Freundlichkeit ist nervensystemfreundlich.

Warum Freundlichkeit so wertvoll ist – psychisch UND körperlich

1) Freundlichkeit schaltet dein Nervensystem um (Fight-or-Flight → Safe-and-Social)

Wenn wir freundlich behandelt werden – oder selbst freundlich handeln – bekommt unser System Signale von Sicherheit. Und Sicherheit ist der Startknopf für alles, was wir eigentlich wollen: bessere Verdauung, erholsamer Schlaf, klareres Denken, weniger Cravings, mehr Verbindung.

Übersetzt: Freundlichkeit ist wie ein Handgriff an die innere Bremse.

2) Sie senkt Stress – und Stress ist der heimliche Saboteur

Chronischer Stress ist nicht nur “ein Gefühl”. Stress ist Biochemie: erhöhter Alarm, höhere Anspannung, schlechtere Regeneration. Freundliche Begegnungen können diese Stress-Spirale unterbrechen, weil sie unser Gehirn aus der Dauerbewertung (“Bin ich sicher? Bin ich genug?”) herausziehen.

Und das Beste: Das gilt nicht nur, wenn jemand zu uns freundlich ist – sondern auch, wenn wir Freundlichkeit geben. Dein Körper merkt: Ich bin jemand, der Gutes in die Welt bringt. Das verändert Selbstbild und Stimmung oft schneller als jedes Mindset-Mantra.

3) Freundlichkeit macht uns resilienter – weil sie Verbindung schafft

Wir Menschen sind nicht für “Ich pack das alleine” gebaut. Verbindung ist ein Schutzfaktor – psychisch sowieso, aber auch körperlich. Wer sich verbunden fühlt, kommt häufig besser durch Stressphasen, erholt schneller, bleibt eher an gesunden Routinen dran.

Freundlichkeit ist die niedrigschwelligste Art, Verbindung zu bauen: ohne große Gespräche, ohne Drama, ohne “wir müssen mal reden”.

4) Freundlichkeit wirkt wie ein kleiner Stimmungs-Booster (ohne Koffein)

Wenn du jemandem hilfst, ehrliches Interesse zeigst oder einfach freundlich bist, passiert oft etwas sehr Praktisches: deine Stimmung wird leichter. Nicht immer sofort wie Konfetti – aber spürbar. Viele kennen dieses warme Gefühl danach: Ich bin wieder mehr Mensch als To-do-Liste.

5) Freundlichkeit ist Selbstführung – nicht People-Pleasing

Der wichtigste Punkt, gerade für uns Frauen:
Freundlichkeit heißt nicht, alles zu schlucken. Du kannst freundlich und glasklar sein.
Freundlich heißt: “Ich respektiere dich.”
Klar heißt: “Und ich respektiere mich auch.”

Das ist eine Kombination, die erstaunlich oft Türen öffnet – und gleichzeitig Grenzen schützt.

Die Sunnyside-Perspektive: Warum Vitamin F beim Fasten (und im Alltag) doppelt wirkt

Fasten ist eine Ausnahmezeit. Viele werden sensibler: Gerüche, Gefühle, Gedanken. Wenn wir in dieser Phase “härter” werden – zu uns oder anderen – schaukelt sich das System hoch.

Freundlichkeit dagegen macht Fasten nicht nur leichter, sondern oft auch tiefer:

  • weniger innerer Kampf

  • mehr Körpergefühl

  • mehr Bereitschaft, wirklich gut für sich zu sorgen

  • weniger “Jetzt hab ich’s versaut”-Drama

Und im Alltag? Vitamin F ist die Brücke zwischen Retreat-Feeling und Real Life.

3 Mini-Übungen für mehr Vitamin F (ohne esoterischen Overkill)

1) Die 10%-Regel
Mach heute alles nur 10% freundlicher: Ton, Blick, Satzanfang. Nicht perfekt – nur 10%.
Das ist machbar. Und genau darum funktioniert’s.

2) Der Freundlichkeits-Reset (15 Sekunden)
Wenn du merkst, du bist innerlich auf Krawall:

  • ausatmen (länger als einatmen)

  • Kiefer lösen

  • Schultern weich

  • und dann ein Satz: “Ich wähle freundlich.”
    Klingt simpel. Ist aber ein starker Schalter.

3) Freundlich, aber klar – ein Satz, der immer geht
“Das verstehe ich. Und gleichzeitig brauche ich …”
Freundlich. Klar. Erwachsen. Fertig.

Mein Fazit aus vielen Retreats (und ehrlich: auch aus meinem eigenen Leben)

Freundlichkeit ist nicht die Kirsche auf dem Gesundheitskuchen. Sie ist oft der Teig.

Sie kostet wenig, wirkt schnell, macht uns angenehmer für andere – und für uns selbst. Und sie ist etwas, das du nicht “irgendwann” anfangen musst, wenn du mehr Zeit hast. Du kannst es jetzt dosieren. Wie Vitamin D – nur als zwischenmenschliche Version.

Wenn du Lust hast, diese Art von Gesundheit wirklich zu erleben (nicht nur zu wissen), dann komm zu mir auf die Sunnyside. Und wenn du willst: Schreib mir in die Kommentare, wo du heute eine kleine Dosis Vitamin F verteilen willst – oder speicher dir den Artikel für den nächsten “Ich bin kurz vor unfreundlich”-Moment. ☀️